KI-Thinktank: Erste Runde – erste Fragen

Donnerstagabend, 18.4.2024, von 17:00 – 18:30 Uhr bekam eine erste Gruppe von sechzehn Interessierten die Möglichkeit, die Ergebnisse der ersten KI-Thinktank-Klausur am 17.4. kennenzulernen und die eigenen Fragen und Überlegungen in den weiteren Verlauf der Entwicklung einzubringen.

Zum Einstieg wurde ein Überblick über die Arbeitsweise des KI-Thinktanks und die damit verbundenen, offenen Thinktank-Foren gegeben. Sechs ganztägige Klausuren werden jeweils von offenen Online-Foren für alle Interessierten begleitet.

Die Arbeitsweise des KI-Thinktanks: Auf die sechs Klausuren des Kernteams folgt am Tag danach jeweils ein offenes Thinktank-Forum für alle Interessierten.

Fragen? Fragen! Fragen …

Die erste Klausur am 17.4. hat das KI-Thinktank-Kernteam zum persönlichen Kennenlernen und zum Kennenlernen der im Thinktank in seinen Mitgliedern versammelten Expertise genützt. Und insbesondere zur Formulierung von Fragen, die das weitere Tun informieren und anleiten könnten:

  • Lernen mit KI muss vielmehr, als das im laufenden Diskurs der Fall ist, im entwicklungspsychologischen Kontext gesehen werden: Kinder sind keine urteilsfähigen Erwachsene!
  • Welche Sinnkrisen können durch den Vormarsch von KI entstehen? Und wie kann diesen begegnet werden? (Beispielsweise “Warum noch lernen, wenn der Computer eh alles besser kann …“)
  • Welche KI hilft wem tatsächlich wie ganz konkret? (KI ist mehr als bloß ChatGPT!)
  • Wie kann KI die Bildung besser machen, und nicht bloß Geschäft für die KI-Eigentümer generieren?
  • Schüler:innenpartizipation im Transformationsprozess – wie kann das gelingen?
  • Wie kann das ganze Kollegium mitgenommen werden?
  • Wie balancieren wir die Erwartung der Wirtschaft/Gesellschaft mit dem Bildungsauftrag der Schule? Bildung ist nicht gleich Ausbildung.
  • Es heißt immer, man müsse sich in Zeiten von KI mehr auf den Lernprozess konzentrieren. Aber wie schafft man diesen Kulturwandel?

Seine nächste Klausur wird das Thinktank-Kernteam insbesondere dazu verwenden, aus der Fülle der Möglichkeiten diejenigen Probleme auszuwählen, die für die Community der Auftraggeber-Schulen von Bedeutung sind und für deren Lösung das Team die entsprechenden Ressourcen hat. Dabei kommt es auch darauf an, sich möglichst bewusst mit anderen KI-Initiativen zu vernetzen und einander wechselweise zu ergänzen.

… und noch mehr Fragen

Das Thinktank-Forum am 18.4. bot dann Gelegenheit, diese ersten Ergebnisse vorzustellen, sich Resonanz und Feedback zu holen und den Katalog an Fragen einerseits zu bestätigen und andererseits zu ergänzen. Die folgenden Fragen und Wünsche haben sich dabei zu den bereits oben angeführten hinzugesellt:

  • Wie können Datenschutz und Bildungsgerechtigkeit im schulischen Kontext ernstgenommen werden?
  • Wie könnte es gelingen, das vielfältige Wissen rund um KI in der Schule zu ordnen und zu erschließen?
  • Wie kann man mit KI erstellte „Aufgaben“ bzw. „Abgaben“ bewerten?
  • Was muss insbesondere aus Schulleitungssicht berücksichtig und bedacht werden?
  • Und wie könnten Orientierungspunkte für eine klare, ethisch begründete Haltung gegenüber KI aussehen?
  • Wie schaffe ich es, Kinder mit eher „kleinerem“ Horizont beim Nachdenken zu helfen?
  • Wie könnte eine Verfahrensanleitung zur sinnvollen und legalen Nutzung von KI in Baden-Württemberg aussehen?
  • Wie kann man als reflektierter Mensch mit KI umgehen, wenn man sich jeden Tag fragen muss: „Was ist hier echt?“
  • Wofür habe ich im Unterricht als Lehrperson tatsächlich Verantwortung und wofür nicht? Und wie steht es um meine Verantwortung als Mitbürger:in und Mitmensch im Kontext von KI?

Als Ausgangsbasis für die weitere Arbeit hat die Gruppe eine Taskcards-Pinwand angelegt, die laufend erweitert wird. Beiträge, Fragen und Wünsche – auch ganz generelle zur Arbeit des Thinktank – richten Sie gerne an: aufsganze@esw-bw.de.

Die Termine der weiteren Thinktank-Foren stehen nunmehr fest und finden statt an den folgenden Donnerstagen: 6. Juni, 11. Juli, 26. September, 24. Oktober sowie 5. Dezember 2024, jeweils von 17:00 – 18:30.
Interessiert? Melden Sie sich hier an – wir schicken Ihnen dann den Teilnahme-Link zu.

Zwei Lesetipps zum Abschluss:

  • Jöran Muuß-Merholz hat hier https://www.joeran.de/ki-nicht-nur-ein-werkzeug/ Überlegungen in einem Poster von Per Axbom übersetzt und für die weitere Verwendung aufbereitet. Kernaussagen: Die „Ethik-Bilanz“ von KI ist in vielen Fällen mehr als zweifelhaft – und man sollte sich die Aussage, dass KI „nur“ ein Werkzeug wäre, aus sehr guten Gründen lieber verkneifen.
  • Miriam Metze hat im österreichischen Falter einen wunderbaren kurzen Text geschrieben, der – ausgehend von der jüdischen Legende des Golem – über Menschlichkeit im Vergleich zu KI reflektiert. Schlüsselfrage: Wer und was kontrolliert KI?