KI Führerschein Lehrkräfte

Arbeitsblätter mit Hilfe von KI erstellen

Hier finden Sie zu diesem Thema ein geeignetes Tutorial von Fobizz: https://app.fobizz.com/fortbildungen/473-tutory-arbeitsblaetter-finden-und-gestalten

Die Gestaltung von Arbeitsblättern mit Unterstützung einer KI ist eine effiziente Möglichkeit, Unterrichtsmaterialien zu entwickeln. Dabei ist jedoch wichtig zu verstehen:

KI ersetzt nicht die didaktische Kompetenz der Lehrkraft. Das Output ist nur so gut wie das Input (Prompts).

Mit einer sorgfältigen Vorbereitung (z. B. klar formulierte Lernziele und Aufgabenstellungen) und einer kritischen Nachbearbeitung der KI-Ergebnisse können für alle Fächer bzw. Handlungsfelder und Jahrgangsstufen qualitativ hochwertige und tiefgehende Arbeitsblätter entstehen.

Die Nachbearbeitung ist zwingend notwendig, um Inhalte fachlich zu prüfen, didaktisch anzupassen und sprachlich zu vereinheitlichen.

Neben den inhaltlichen Eingaben sollte der Prompt immer diese Informationen enthalten:

Lehrplanbezug; eigene Lernziele; KI wird aufgefordert; Quellenangaben offenzulegen; Niveau; Jahrgangsstufe; Fach; konkrete Beispiele; Sozialformen etc.

Darüber hinaus kann die KI auch als digitaler Lerntutor im Unterricht eingesetzt werden, indem sie Schüler*innen individuelle Hilfestellungen, Erklärungen oder Feedback zu Aufgaben gibt. So wird aus einem statischen Arbeitsblatt ein dynamisches Lernwerkzeug, das selbstständiges und personalisiertes Lernen unterstützt.

KI bringt nicht nur Effizienz, sondern kann auch die Kollaboration unter Lehrkräften fördern.

Über Plattformen wie Fobizz, aber auch über schulinterne Clouds oder pädagogische Netzwerke, kann eine Community des Teilens entstehen.

Das Motto „Sharing is caring“ beschreibt diese Haltung: Lehrkräfte profitieren voneinander, verbessern gemeinsam Materialien und sparen wertvolle Zeit.

Eine Kultur des Teilens ist kein Zeichen von Bequemlichkeit oder gar mangelnder Kompetenz, sondern Ausdruck von Professionalität und Qualitätssicherung.

Wenn Kollegien Materialien gemeinsam nutzen,

  • wird das Curriculum abgestimmt,
  • neue Lehrkräfte erhalten Unterstützung beim Einstieg,
  • und es entstehen gemeinsame Qualitätsstandards.

In diesem Zusammenhang sollte man unbedingt die Regeln des Teilens kennen: Open Educational Resources (OER) geben uns dafür sichere Grundlagen vor.

OER  sind freie Bildungsressourcen, die von anderen genutzt, verändert und weitergegeben werden dürfen – unter bestimmten Bedingungen. Jede/jede Teilende kann die Regeln für  das Teilen nach eigenen Bedürfnissen festlegen.

  1. Kennzeichnungspflicht:
    Jedes geteilte Material sollte mit einer passenden Lizenz versehen werden (z. B. Creative Commons).
    → Beispiel: CC BY 4.0 – Namensnennung erforderlich.
  2. Urheberrecht beachten:
    Verwende nur eigene Texte, selbst erstellte Bilder oder Inhalte, die zur Wiederverwendung freigegeben sind.
  3. KI-generierte Inhalte prüfen:
    KI-Texte können auf urheberrechtlich geschützten Daten basieren. Prüfe daher, ob Inhalte originell genug oder als „eigene Werke“ einzustufen sind.
  4. Transparenz: Wenn KI bei der Erstellung beteiligt war, sollte dies kenntlich gemacht werden (z. B. „Dieses Arbeitsblatt wurde mit Unterstützung von Fobizz KI erstellt und anschließend überarbeitet“).
  5. Qualitätssicherung:
    Geteilte Materialien sollten fachlich korrekt, didaktisch sinnvoll und diskriminierungsfrei sein.

Übersicht: Creative-Commons-Lizenzen (CC)

Creative Commons (CC) ist ein Lizenzsystem, mit dem Urheber*innen festlegen können, wie andere ihre Werke nutzen dürfen.

Jede Lizenz kombiniert verschiedene Bausteine (Codes), die bestimmte Nutzungsbedingungen festlegen.

KürzelNameBedeutungWas erlaubt istWas nicht erlaubt ist
CC BYNamensnennungNutzung, Bearbeitung und Weitergabe erlaubt, wenn der Urheber genannt wirdalles, solange Namensnennung erfolgtkeine
CC BY-SANamensnennung – Weitergabe unter gleichen BedingungenNutzung und Bearbeitung erlaubt, aber neue Werke müssen unter derselben Lizenz veröffentlicht werdenBearbeitung und Veröffentlichung mit gleicher Lizenzandere Lizenz verwenden
CC BY-NCNamensnennung – Nicht kommerziellNutzung und Bearbeitung nur für nicht-kommerzielle ZweckeSchulische Nutzung, Weitergabe mit Namensnennungkommerzielle Nutzung
CC BY-NC-SANamensnennung – Nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen BedingungenNutzung und Bearbeitung erlaubt, nicht kommerziell und unter derselben LizenzWeitergabe mit gleichen Lizenzbedingungenkommerzielle Nutzung
CC BY-NDNamensnennung – Keine BearbeitungWeitergabe erlaubt, aber keine Veränderungen am WerkKopieren, Teilen, mit NamensnennungBearbeitung, Übersetzung, Anpassung
CC BY-NC-NDNamensnennung – Nicht kommerziell – Keine BearbeitungNur unveränderte Weitergabe zu nicht-kommerziellen ZweckenTeilen, mit NamensnennungBearbeitung, kommerzielle Nutzung

Gibt eine Lehrkraft CC BY 4.0 an, bedeutet dies:

Lehrkräfte dürfen das Werk

  • kopieren, teilen und verbreiten,
  • bearbeiten, verändern oder weiterentwickeln,
  • in anderen Kontexten (z. B. Unterricht, Schulwebsites, Fortbildungen) verwenden,
  • kommerziell oder nicht-kommerziell nutzen.

Bedingung: Namensnennung

Die einzige Pflicht ist, dass der/die ursprüngliche Urheber*in genannt wird.

Die Lizenz CC BY 4.0 ist die offenste und zugleich häufigste Lizenz für Bildungsinhalte, weil sie die weiteste Nutzung ermöglicht, aber die Urheberschaft schützt.

Folgende Informationen müssen ersichtlich sein:

  1. Titel des Werks (sofern vorhanden)
  2. Lizenzbezeichnung mit Link zur Lizenzseite
  3. Hinweis auf Änderungen, falls Sie etwas angepasst haben

Ein Beispiel für eine korrekte Namensnennung:

Arbeitsblatt „Energiequellen im Wandel“ von Lisa Meier, lizenziert unter CC BY 4.0

https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Reflexionsfrage: Woran erkenne ich, dass ein KI-generiertes Arbeitsblatt didaktisch sinnvoll ist?

Ein KI-generiertes Arbeitsblatt ist didaktisch sinnvoll, wenn es folgende Kriterien erfüllt:

  1. Lernzielorientierung:
    Die Aufgaben fördern klar definierte Kompetenzen und stehen im Bezug zu den Lernzielen oder zum Lehrplan.
  2. Passende Anforderungsstufe:
    Schwierigkeitsgrad, Sprache und Aufgabenformat sind an Alter, Vorwissen und Lernstand der Schüler*innen angepasst.
  3. Aktivierung statt Reproduktion:
    Die Aufgaben regen zum Denken, Anwenden und Reflektieren an – nicht nur zum bloßen Wiedergeben.
  4. Struktur und Verständlichkeit:
    Die Aufgaben sind übersichtlich gestaltet, sprachlich klar und enthalten ggf. Hilfestellungen oder Beispiele.
  5. Fachliche und ethische Korrektheit:
    Inhalte sind sachlich richtig, frei von Vorurteilen und diskriminierungsfreien Formulierungen.
  6. Feedback-Möglichkeit:
    Schüler*innen können ihre Ergebnisse überprüfen oder reflektieren – entweder über Lösungen oder Diskussionen.

Tipp: Lehrkräfte können eine einfache Prüffrage nutzen:

Lernen meine Schüler*innen durch dieses Arbeitsblatt wirklich etwas Neues – oder bearbeiten sie nur Text, den die KI gut formuliert hat?

Verwendete Literatur:

Creative Commons (Offizielle Website): https://creativecommons.org/licenses/

OERinfo – Informationsstelle für Open Educational Resources: https://open-educational-resources.de/

Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) – OER und Schule: https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/304419/oer-trifft-bne-wie-offene-lehrmaterialien-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung-staerken-koennen/