Die einzelnen ChatGPT-Versionen im Überblick

Die Entwicklung von ChatGPT verlief in den vergangenen Jahren äußerst dynamisch (s. Grafik erstellt von
ChatGPT) und zeigt, wie rasant sich Sprachmodelle weiterentwickeln können. Den Anfang machte 2018
GPT-1, das erste „Generative Pre-trained Transformer“-Modell. Der Begriff „generative“ bedeutet, dass
das System selbstständig sprachliche Antworten erzeugen kann, während „pre-trained“ darauf hinweist,
dass es mit großen Datenmengen trainiert wurde. Mit seinen 117 Millionen Parametern stellte GPT-1
einen wichtigen Durchbruch in der Sprachverarbeitung dar und zeigte erstmals ein beachtliches Maß an
Sprachkompetenz.
| Parameter sind Zahlenwerte, die dem System helfen, Muster in unserer Sprache zu finden. Je mehr |
Bereits ein Jahr später folgte GPT-2, das 1,5 Milliarden Parameter umfasste. Damit war es möglich,
längere und zusammenhängende Texte zu verfassen. Allerdings war die Genauigkeit der Inhalte noch
unzuverlässig, weshalb die Entwickler das Modell zunächst nur eingeschränkt veröffentlichten. Sie
befürchteten, dass es sonst zur Verbreitung von Fehlinformationen oder gar zur gezielten Manipulation
eingesetzt werden könnte.
2020 erschien GPT-3 mit beeindruckenden 175 Milliarden Parametern. Dieses Modell erweiterte die
Fähigkeiten deutlich: Es konnte kreative Texte verfassen, Übersetzungen erstellen und sogar
Programmieraufgaben lösen. Gleichzeitig zeigte sich jedoch ein großes Problem, das bis heute in
Fachkreisen diskutiert wird: die sogenannten „Halluzinationen“, also das Erfinden von plausibel
klingenden, aber falschen Informationen. Auch das fehlende Langzeitgedächtnis stellte eine
Einschränkung dar.
Um diese Schwächen abzumildern, wurde 2022 eine verbesserte Zwischenversion veröffentlicht, die
meist als GPT-3.5 bezeichnet wird. Die Antworten waren nun strukturierter, hilfreicher und in vielen
Fällen auch faktenbasierter. Dies trug maßgeblich dazu bei, dass ein regelrechter KI-Hype entstand, der
ChatGPT weltweit bekannt machte. Dennoch blieb das Problem bestehen, dass Falschinformationen
nicht vollständig ausgeschlossen werden konnten.
Ein weiterer Meilenstein war 2023 die Einführung von GPT-4. Dieses Modell erweiterte die
Möglichkeiten erheblich, da es nicht nur Texte, sondern auch Bilder verstehen konnte. Es lief stabiler
und wurde unter anderem von Microsoft in Produkte wie Copilot und Bing integriert. Noch im selben
Jahr folgte GPT-4.5, das besonders im Bereich des logischen Denkens und der Verarbeitung sehr umfangreicher Dokumente spürbare Fortschritte machte. Auch für Programmieraufgaben zeigte sich
eine deutliche Verbesserung.
Die aktuellste Entwicklungsstufe ist GPT-5, das 2024 veröffentlicht wurde. Dieses Modell ist
leistungsfähiger als alle seine Vorgänger und überzeugt vor allem durch seine noch stärkere Fähigkeit
zum logischen Schlussfolgern, zum Lösen komplexer Aufgaben und zur Unterstützung bei
Programmierungen. Damit ist es zu einem vielseitigen Werkzeug geworden, das in Bildung, Wissenschaft
und Praxis auf ganz unterschiedliche Weise eingesetzt werden kann.
Verwendete Literatur:
Basierend auf einer Antwort von ChatGPT (GPT-5), OpenAI, 2025, eigene Überarbeitung.
