Deskilling, Upskilling und was dahinter steckt
Menschen entwickeln, gestalten und nutzen Technik als Mittel zum Zweck. Die mehr oder minder umfassende Delegation menschlicher Tätigkeiten an Maschinen – bis hin zur vollständigen Ersetzung menschlicher Handlungen durch maschinelle Vollzüge – wirkt allerdings häufig zurück auf menschliche Handlungsmöglichkeiten, Fertigkeiten, Autorschaft und Verantwortungsübernahme und kann diese jeweils erweitern oder vermindern.“ (Deutscher Ethikrat, 2023, S. 24)
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Auf die Frage, ob ChatGPT zum Deskilling von Schülerkompetenzen beitrage, hat ChatGPT eine klare Haltung. Es stellt klar, dass es zu einem Upskilling kommen könnte, wenn KI nicht die Lösung erstellt, sondern die Rolle eines Werkzeugs oder Diskussionspartners hat, sodass Schüler*innen ihre höheren Kompetenzen trainieren. (Antwort von ChatGPT am 09.09.2025)
Die Kultusministerkonferenz betont daher, dass Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend Einfluss auf schulische Bildungsprozesse nimmt und Lehrkräfte eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung dieser Entwicklungen haben. Dabei geht es sowohl um das Lernen über KI als auch um das Lernen mit KI.
Beim Lernen über KI sollen Schüler*innen ein grundlegendes Verständnis der Funktionsweisen von KI erwerben. Sie sollen Chancen und Grenzen ebenso wie Risiken erkennen und die Ergebnisse von KI kritisch-reflektiert bewerten können. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit ethischen und rechtlichen Fragen wie Datenschutz, Manipulation durch Desinformation oder möglichen Verzerrungen in den Daten. Ziel ist es, junge Menschen zu befähigen, mündig und verantwortungsbewusst mit KI-Technologien umzugehen. Diese Kompetenzen sollen fächerübergreifend in den Bildungsplänen aller Schularten und -stufen verankert werden.
Beim Lernen mit KI stehen die Unterstützung und individuelle Förderung der Lernenden im Vordergrund. KI kann beispielsweise als intelligentes Tutorium, in Form adaptiver Lernumgebungen oder durch personalisierte Rückmeldungen eingesetzt werden. So können Schülerinnen und Schüler passgenauer gefördert werden – insbesondere in den Basiskompetenzen Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen. Gleichzeitig eröffnet KI neue Möglichkeiten für inklusive Bildung, etwa durch Übersetzungen, Text-zu-Sprache- oder Vorlesefunktionen. Allerdings betont die KMK auch, dass Lernen immer den sozialen Raum und die zwischenmenschliche Interaktion benötigt, um erfolgreich zu sein. (vgl. KMK, 2024, S. 6)
Für Lehrkräfte bedeutet das, dass KI den Unterricht nicht ersetzt, sondern ergänzt. Die zentrale Rolle bei der Auswahl, Gestaltung und Begleitung von Lernprozessen liegt weiterhin bei ihnen (didaktische Verantwortung). KI-Anwendungen können dabei unterstützen, Unterricht vorzubereiten, Lernstände zu diagnostizieren oder differenzierte Aufgabenformate bereitzustellen. So entstehen Freiräume, um auf die Heterogenität der Schülerschaft individueller einzugehen. Wichtig ist, dass der Einsatz von KI stets pädagogisch begründet, altersangemessen und evidenzbasiert erfolgt. Lehrkräfte begleiten die Schüler*innen bei der Entwicklung einer kritischen Haltung gegenüber KI und fördern deren reflektierte Nutzung im schulischen wie auch im außerschulischen Kontext.
Verwendete Literatur:
Deutscher Ethikrat. (2023, März 20). Stellungnahme Mensch und Maschine Kurzfassung. https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publikationen/Stellungnahmen/deutsch/stellungnahme-mensch-und-maschine-kurzfassung.pdf
Sekretariat der Kultusministerkonferenz. (2024). Handlungsempfehlung für die Bildungsverwaltung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen. Themenspezifische Handlungsempfehlung (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10.10.2024; redaktionell überarbeitete Fassung März 2025). Kultusministerkonferenz. https://www.kmk.org
