KI Führerschein Lehrkräfte

Testen Sie sich selbst

Diese Übung ist als Einstieg mit Ihren Schüler*innen gedacht und soll die Schüler*innen sensibel machen. Sie sollen verstehen, dass eigene Kompetenzen sehr wichtig sind und nicht alles der KI überlassen werden kann.

Ablauf

1. Einstieg (10 Minuten)

Die Lehrkraft stellt eine Leitfrage:

„Können wir KI-Antworten immer glauben – oder müssen wir sie hinterfragen?“

Kurzes Brainstorming an der Tafel:

Wann habt ihr schon einmal gemerkt, dass KI etwas Falsches oder Ungenaues gesagt hat?

2. Wissensabruf (10 Minuten)

Die Schüler*innen beantworten individuell eine Fachfrage aus dem aktuellen Unterrichtsthema (z. B. Geschichte, Ethik etc.).

Beispiel:

„Welche Ursachen führten zur Französischen Revolution?“

„Was bedeutet Zivilcourage im Alltag?“

Sie schreiben ihre eigene Antwort in 5–7 Sätzen nieder.

3. KI-Antwort erzeugen (10 Minuten)

Nun geben die Schüler*innen dieselbe Frage in die KI (z. B. Fobizz KI-Assistenz) ein, mit folgendem Prompt, den die Lehrkraft vorgibt:

Erklären Sie die Frage so, dass sie für Schüler*innen der Jahrgangsstufe … verständlich ist. Antworte sachlich, klar und in vollständigen Sätzen. Bitte nenne keine Quellen, sondern formuliere den Text „eigenständig“.

4. Vergleich und Analyse (20–25 Minuten)

Die Schüler*innen legen beide Texte nebeneinander (eigene Antwort + KI-Antwort) und analysieren:

VergleichsaspektEigene AntwortKI-AntwortBewertung / Kommentar
Inhaltliche Richtigkeit   
Vollständigkeit   
Sprache / Stil   
Perspektive / Haltung   
Fachbegriffe korrekt genutzt?   
Quellenbezug vorhanden?   
Fehlende oder falsche Informationen?   

Anschließend markieren sie im KI-Text drei Aussagen, die sie überprüfen möchten.

Sie recherchieren gezielt in Schulbüchern oder auf seriösen Websites (z. B. Bundeszentrale für politische Bildung, Spektrum.de, Duden, Planet Wissen).

5. Reflexion (10–15 Minuten)

Schüler*innen beantworten gemeinsam folgende Fragen:

  • Wie verlässlich war die KI-Antwort?
  • Welche Stärken und Schwächen hat sie gezeigt?
  • In welchen Fällen war mein eigenes Wissen besser oder genauer?
  • Wann kann KI beim Lernen helfen – und wann ist Vorsicht geboten?

Optional als Schreibauftrag:

„Was habe ich durch den Vergleich über den Umgang mit KI gelernt?“

6. Auswertung im Plenum (10 Minuten)

Die Lehrkraft sammelt Beobachtungen (z. B. auf einem digitalen Whiteboard).

Dabei kann ein Kriterienkatalog für vertrauenswürdiges Wissen entstehen, z. B.:

  • Ist der Inhalt überprüfbar oder belegt?
  • Wird zwischen Fakt und Meinung unterschieden?
  • Wird Fachsprache korrekt verwendet?
  • Gibt es eine erkennbare Logik oder Argumentationsstruktur?

Vertiefender Prompt-Vorschlag für Fobizz oder ChatGPT

Wenn Schüler*innen Feedback zu ihren Beobachtungen erhalten sollen, kann folgender Prompt eingesetzt werden:

Du bist ein neutraler Lerncoach. Ich habe meine eigene Antwort und die KI-Antwort miteinander verglichen. Hier ist meine Analyse: [Text einfügen]. Bitte gib mir ein kurzes Feedback: Welche Beobachtungen sind treffend? Wo könnte ich meine Analyse noch verbessern? Welche Strategien helfen, KI-Antworten künftig besser zu überprüfen?

Erweiterungsmöglichkeit (für höhere Jahrgänge)

Die Schüler*innen lassen sich von der KI zwei alternative Antworten erzeugen:

eine falsche, aber plausibel klingende und eine korrekte, aber komplexe – und sollen dann selbst die Unterschiede erkennen und begründen, woran man Falschinformationen identifizieren kann.

Ein geeigneter Prompt wäre:

Erstelle zwei kurze Antworten auf die folgende Frage: [Frage einfügen]. Eine Antwort soll bewusst falsche, aber überzeugend klingende Informationen enthalten. Die andere Antwort soll fachlich korrekt sein. Ich möchte beide vergleichen, um Fake-Wissen zu erkennen.