KI-Thinktank. Session 6. Ein letztes Mal im genialen Dachgeschoß des evangelischen Mörike in Stuttgart. Auf der Agenda diesmal: Den Sack zumachen. Was haben wir gelernt seit unserem ersten Meeting vor über einem halben Jahr? Was meinen wir verstanden zu haben? Was können wir empfehlen? Unsere Quellen und Ressourcen: Wir als „Community-of-practice“, die nicht nur nachgedacht, diskutiert und gelesen, sondern vor allem viel selbst ausprobiert und aus diesen Erfahrungen ihre Schlüsse gezogen hat. Insofern: Für unsere Ergebnisse, denen in der Folge Raum gegeben wird, stehen wir gerade!

Runde 1: Das Ganze und seine Teile
Die erste Phase des Tages widmeten wir dem „Nach-Denken“ der bisherigen fünf Sessions mit dem Arbeitsauftrag: Welcher Aspekt, welche Facette, die gleichzeitig einen Blick aufs Ganze ermöglicht, ist für dich besonderes wichtig geworden? Das Ergebnis ist in folgendem Foto zu bestaunen. Und um dieses auch verstehen und nachvollziehen zu können …

… folgt nun eine doppelte Zusammenfassung: Einmal eine Ultrakurzfassung; und im Anschluss daran der Versuch, unsere Erkenntnisse in Form eines Manifests zu bringen (ChatGPT hat prototypisch ein wenig geholfen; anschließend wurde die Punktation redaktionell verbessert):
Die wesentlichen Lehren aus aus dem KI-Thinktank:
- Es hilft sehr, sich gemeinsam Gedanken zu machen.
- Die Lernkultur wird sich erst ändern, wenn man das Lernen selbst zum Thema macht.
- Das Wichtigste beim Einsatz vom KI im schulischen Lernen ist der Fokus auf der Beziehungskultur, denn der Mensch wird am Du zum Ich und Lernen ist Beziehungssache.
Mit anderen Worten: Wir laden alle ein, sich gemeinsam auf den Denk-, Probier- und Entwicklungsweg zu machen. Wir haben es selbst erlebt, möchten diese Erfahrung nicht missen und wissen, was wir dem kontinuierlichen Austausch zu verdanken haben. Und: Keine falschen Hoffnungen! Die Technologie wird’s nicht „automatisch“ richten – die Lernkultur der gesamten Schulgemeinschaft wird sich erst und nur dann weiterentwickeln, wenn sie explizit zum Thema gemacht wird. Last, but not least: KI in der Bildung ist etwas anderes als (beispielsweise) KI in der Wirtschaft. Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Und ein Erfolgsindikator für die erfolgreiche Implementierung von KI an der Schule könnte – vorschlagsweise – die merkbare Zunahme von Muße (altgriechisch: σχολή | scholé) sein. (Aber nur, wenn man bewusst darauf achtet – sonst rast man noch schneller als zuvor im Hamsterrad der „Effizienzmaschine“ – oder des „Zeitfressers“? – IT!)
KI und Schule – worauf es wirklich ankommt!
Die nächste Passage bringt eine etwas ausführlichere Darstellung dieser summa summarum – diesmal (versuchsweise) in Form eines Manifests to whom it may concern …
Der Einsatz von KI in der Schule stellt eine Chance dar, sowohl die Lern- als auch die Lehrkultur weiterzuentwickeln, wobei die individuelle Förderung, die Pflege der (Schul-)Gemeinschaft und das Menschliche stets im Fokus bleiben müssen. Unser Appell: Nehmen wir uns die Zeit, uns gemeinsam Gedanken zu machen. Lasst uns gemeinsam und ausdrücklich an einer zukunftsfähigen Lernkultur arbeiten, die menschliche Beziehungen, Muße und Kreativität, Eigenständigkeit und Chancengerechtigkeit in den Mittelpunkt stellt!
- Lernen ist Beziehungssache
Der Mensch wird am „Du“ zum „Ich“. Lernen basiert auf Beziehung und Vertrauen. Das Erste beim Einsatz von KI muss immer der Fokus auf der Beziehungskultur sein. - Der Mensch im Mittelpunkt
Bildung mit KI bedeutet, den Fokus auf den Menschen zu legen – Schüler:innen, Lehrer:innen und ihre Interaktion stehen im Zentrum. KI ist keine Lösung an sich. - Individualisierung und Chancengerechtigkeit
KI ermöglicht personalisiertes Lernen, das auf individuelle Bedürfnisse eingeht. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass der Zugang zu KI für alle möglich ist, um Bildungsgerechtigkeit zu gewährleisten; das braucht auch entsprechende Budgets. - Kreativität und Eigenständigkeit fördern
Schüler:innen sollen ermutigt werden, eigenständig zu denken und zu lernen. KI darf nicht zur Abhängigkeit führen, sondern soll für kreatives und selbstorganisiertes Lernen nützlich sein. - Die Balance finden
Zukunftsfähige Bildung erfordert ein ausgewogenes Verhältnis zwischen digitalem und analogem Lernen. Die Frage „Wie viel Digitalität ist gut für die Entwicklung?“ muss stets kritisch betrachtet werden. - Klare Strategien und rechtliche Grundlagen
Für eine erfolgreiche Integration von KI in Schulen bedarf es klarer Strategien, geklärter rechtlicher Rahmenbedingungen, Aufklärung über Chancen und Grenzen und eindeutiger Leitlinien für Schulleitungen und Kollegien. - Feedbackkultur pflegen, spielerisch erforschen und iterativ vorgehen
In der konkreten Einführung von KI darf, ja muss es „spielerisch“ und „experimentell“ zugehen. Erfahrungen machen, Reflexionen anstellen, Rückmeldungen einholen, Prozesse anpassen und neue Ansätze ausprobieren – so gelangt man Versuch für Versuch zu immer besseren Ergebnissen. - Lehrkräfte und Schüler:innen lernen gemeinsam
Der gemeinsame Umgang mit KI bietet eine Chance für Austausch und Beziehung sowie für den Abbau von (Berührungs-)Ängsten. Lehrer:innen und Schüler:innen können voneinander lernen und gemeinsam die Möglichkeiten der Technologie – beispielsweise als „Push“ für selbstorganisiertes Lernen – entdecken. Damit wird auch ein Beitrag zur Weiterentwicklung der schulischen Lernkultur geleistet. - Medienkompetenz als Grundlage von Demokratien
Der Umgang mit KI erfordert Medienkompetenz. Diese ist eine zentrale Fähigkeit, um in einer digitalen Welt eigenständig, kritisch und politisch verantwortungsbewusst handeln zu können. - Mut zur Veränderung
Die Rolle von Lehrer:innen bekommt neue Akzente: weniger Wissensvermittler:innen – mehr Mentor:innen. KI bietet die Möglichkeit, Arbeit zu erleichtern, Reflexionszeit zu vermehren, Lernprozesse zu bereichern sowie inklusiver zu gestalten. - Verantwortung übernehmen
KI-Einsatz muss immer eingebettet und verantwortet werden. Technologie alleine ist keine Lösung – sie braucht menschliches Denken und ethisches Bewusstsein. - Lernen für die Zukunft
Schulen müssen Schüler:innen auf eine Welt mit KI vorbereiten. Dazu gehört nicht nur der Umgang mit der Technologie, sondern auch die Förderung von Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann: kritisches Denken, Kreativität und soziale Kompetenz. - Über den Tellerrand blicken
Partnerschaften mit Betrieben und ein Blick über den Tellerrand fördern praktische Kompetenzen und ermöglichen Einblicke in die Anwendung von KI in Gesellschaft und Wirtschaft. - Leistungsverständnis überdenken
KI fordert uns heraus, Leistungsmessung und Feedback neu zu denken. Dies bietet die Chance, den Fokus auf individuelle Fortschritte und Potenziale zu legen.
Runde 2: Wie man zu einer guten Schule mit KI hinkommt
Es ist eine Sache, zu wissen, worauf es ankommt. Und es ist nochmals eine andere Sache, zu verstehen, wie man dort hinkommt. Den zweiten Teil des Vormittags sowie den größten Teil des Nachmittags haben wir versucht, Wege zu einer guten Schule mit KI zu skizzieren und mögliche Meilensteine auf dem Weg zu nennen. Dabei haben wir mit folgender Hintergrundfolie – siehe Bild 1 der Slideshow im Anschluss – gearbeitet, die wiederum den folgenden kurzen Denkweg widerspiegelt:
- Eine gute Schule ist eine lernförderliche Schule mit zeitgemäßer, zukunftsfähiger Lernkultur.
- Als „old school“ kann man eine Schule bezeichnen, in der „Einzelkämper:innen“ agieren. Bestmöglich ist eine Schule, in der das Kollegium von „gemeinsamer Wirksamkeitserwartung“ (Hattie: collective teacher efficacy) getragen und gefördert ist. (Dazu mehr beispielsweise hier und hier.)
- Dieser Weg ist ein mehr- oder besser: vieljähriger – und Schulen sind auf ihm unterschiedlich weit fortgeschritten. Je nach Entwicklungsstand der Schule werden unterschiedliche Impulse bzw. „Interventionen“ weiterhelfen. Anders gesagt: Alle Fortbildungsangebote müssen sich als Hilfestellungen auf einem Entwicklungsweg verstehen – und ihr Ergebnis wird maßgeblich davon abhängen, wie sehr sie kontinuierliches Lernen und veränderte Praxis im Alltag und zwischen möglichen Workshops auslösen.
- Hauptverantwortlich für diesen kontinuierlichen Entwicklungsweg ist die Schulleitung – und ihre Arbeit bzw. Erfolgschance hängt wesentlich von der Unterstützung durch den Schulträger und dessen Verständnis ab.
Mit dieser Theorie im Hintergrund machten wir uns in fünf Gruppen parallel an die Arbeit. Die folgenden fünf Bilder sind Ergebnis dieser Überlegungen und werden im Anschluss an die folgende Bildgalerie kurz kommentiert.
Bild 1 skizziert zum einen im Hintergrund den Weg von der „old school“ (links auf der Tafel) zur bestmöglichen Schule (rechter Tafelrand), wie eben beschrieben. (Zu den eingeringelten Ziffern dann mehr im Anschluss weiter unten.) Der Start in den Entwicklungsprozess muss durch einen eindeutig erkennbaren Impuls gesetzt werden, dem laufende Investitionen in Verständnis, Einsicht und Akzeptanz der angegangenen Entwicklung folgen müssen. Wie immer führt der Weg dann über Personen (mit Rückhalt von und im Auftrag der Schulleitung!), die ausprobieren, Erprobtes an Multiplikator:innen weitergeben und so letztlich ans gesamte Kollegium andocken. All das führt dann früher oder später (und iterativ über mehrere, laufend verbesserte Prototypen) zu einem Curriculum, das dem Thema KI verantwortet, bewusst und umfassend gerecht wird.
Bild 2 legt den Fokus auf die Medienkompetenz der Lehrenden und Lernenden. Diese sind mit Voraussetzung für lernförderlichen und reflektierten KI-Einsatz; Aufgabe der Personalentwicklung ist die verlässliche Sicherstellung von ausreichender Medienkompetenz im kompletten Kollegium; für Aufbau und Überprüfung der Medienkompetenzen der Schüler:innen wiederum ist das schuleigene Mediencurriculum verantwortlich. Dieses muss – zB von den Fachschaften – auch laufend aktualisiert und angepasst werden. Insofern Papier geduldig ist, gilt, wie so oft: The proof of the pudding is in the eating. Und der „Ernstfall“ der Medienkompetenz ist deren tatsächliches Vorhanden- und Angewandtsein in der Praxis. Medienkompetentes Tun braucht, wie jede „gute Gewohnheit“, entsprechendes Training – und das kontinuierlich. Nicht zuletzt ist mit einer kritisch-konstruktiven Rückkopplung der steigenden Medienkompetenz auf die Fachdidaktik/en zu rechnen.
Bild 3 wiederum beleuchtet den Entwicklungsweg aus einer generellen Perspektive des Veränderungsmanagements und hier – insbesondere – mit Rücksicht auf die auftretenden Widerstände sowie dem Umgang damit. Veränderung bedeutet für die allermeisten allermeistens immer zusätzliche Anstrengung und ist daher selten willkommen. Diesem Widerstand muss man nicht nur mit Geduld und Konsequenz, sondern auch mit guten Argumenten begegnen. Die wichtigsten und überzeugungskräftigsten erwachsen wohl aus der Frage, für welche Herausforderungen der Zukunft Schüler:innen vorzubereiten wären. Hinsichtlich dieser Fragen sollte wohlbegründete und breite Einsicht herstellbar sein (bzw. ist unbedingt anzustreben), was wiederum ausreichende Motivation für die Mühen des Lernweges zeitigen sollte. Dazu noch zwei Einsichten: (1) Gute Lehrpersonen zeichnen sich nicht nur durch Wissen, sondern (insbesondere) durch ihre Vorbildwirkung als Lernende aus! (2) Auch wenn die technische Ausstattung einer Schule möglicherweise nichts zu wünschen übrig lässt: Die Lernkultur hat sich durch kontinuierliche technische Innovation noch nicht notwendigerweise mit entwickelt – ihr muss extra und explizit Aufmerksamkeit gewidmet werden.
Bild 4 gleicht aufs Erste dem vorhergegangenen, unterscheidet sich aber durch einen das Thema von Bild 3 wesentlich weiterführenden Entwicklungsschritt – nämlich eine konkrete Strategie. Entwicklungswege gibt es viele – und viele richtige. Aber keine Schule kann alle möglichen Wege gleichzeitig verfolgen; dazu fehlt die erforderliche Energie und Zeit. Man muss auswählen, entscheiden, Prioritäten setzen. Bild 4 illustriert also den möglichen Entwicklungsweg einer Schule, die auf den Hebel „Selbstorganisiertes Lernen (SOL“ setzt, und den Weg mit einer (Projekt-)Woche des individuellen Lernens startet, um dann schrittweise zu einer Lernkultur zu gelangen, die letztlich die Qualitäten hochschulischen Lernens zeigt, ohne dass die Schüler:innen dafür schon im Hochschulalter sein müssten.
Bild 5 fasst gewissermaßen alles bisher in diesem Artikel beschriebenen Aspekte, Wege, Entscheidungsnotwendigkeiten und Prozesse in ein generisches Schaubild.
Fazit: Was weiterhilft
Geht’s vielleicht noch konkreter? Ja – zumindest soll dieser letzte Abschnitt des Blogbeitrags ein solcher Versuch sein. Noch konkreter heißt: Wer hätte was zu tun bzw. zu veranlassen? Wer könnte was anbieten bzw. in Bewegung setzen? Was liegt alles im „Werkzeugkasten“ der Schulentwicklung?
Die folgende Darstellung, die im Anschluss darunter erläutert wird, spiegelt eine doppelte „Ownership“ wider: Einerseits beschreibt sie einen Ansatz, beispielsweise fürs Evangelische Schulwerk (oder andere Verbände oder Träger), zu konzipieren bzw. zu formulieren, was man den Schulen (bzw. Trägern), für die man arbeitet, anbieten könnte bzw. müsste. Andererseits ist die Liste auch ein Bündel von Maßnahmen, die (zu mindest in weiten Teilen) auch von einer individuellen Schulleitung selbst konkret ergriffen und veranlasst bzw. beauftragt werden könnten – oder schlicht und einfach nur wahrgenommen werden müssten …

- Whitepaper: Der schulentwicklerische Umgang mit KI ist keine „Raketenwissenschaft“, vorausgesetzt, man hat sich die Zeit genommen, sich damit auseinanderzusetzen. Um diese Zeit abzukürzen und Erfahrungen (beispielsweise die des Thinktank) strukturiert weiterzugeben, wird das Evangelische Schulwerk in den nächsten Wochen ein Whitepaper entwickeln, das Anfang 2025 wesentliches Führungs- und Leitungswissen in Sachen KI&Bildung für alle Interessierten (und Lesewilligen 😉 so knapp wie möglich zusammenfassen und erschließen wird.
- Pädagogische Tage: Jede Schule hat welche. Jede Schule braucht Themen dafür. Das Evangelische Schulwerk bietet Schulen bereits seit gut zwei Jahren Pädagogische Tage als Einstiegspunkte und Impulse ins Thema an. Das Projekt Aufs Ganze gesehen ermöglicht es, dieses Angebot für die Schulen kostenlos zu halten. Der Schwerpunkt KI hat aktuell ganz, ganz große Nachfrage. Und wir bemühen uns nach besten Kräften und durch ausführliche, penible Vorbereitung, die Pädagogischen Tage maßgeschneidert so zu gestalten, dass diese als produktive Impulse auf dem je unterschiedlichen Entwicklungsweg einer Schule wahrgenommen werden und wirken können.
- Spielen, Spielanleitungen, Spielleiter:innen: Spielen? Ja, spielen! Wie soll man sonst wissen, wie etwas „funktioniert“, von dem man noch nicht – evtl. schon jahrelang – nachlesen kann, wie’s geht?! Genau das ist aktuell der Fall mit KI. Der kommt man nur „spielerisch“ auf die Schliche. Wichtig zu beachten ist dabei Folgendes: Es ist ein eher kleiner Teil der Menschheit, der sich – zumal in erwachsenem Alter – mit Freude daran macht, das Unbekannte zu erforschen und im Neuland Muster, Möglichkeiten und Spielregeln bzw. -anleitungen zu entdecken. Es wäre völlig unrealistisch, diese spielerische Haltung von allen (Erwachsenen) zu erwarten. Ergo: Schätze und schütze deine Pionierinnen und Pioniere, liebe Leitungsperson! Umgekehrt gilt aber auch: Achtet und respektiert diejenigen, die Tag für Tag die „Mühen der Ebene“ auf sich nehmen. Und kommt ihnen zum gegebenen Zeitpunkt mit Spielanleitungen und als Spielleiter:innen entgegen! Die wenigsten können neue Spiele erfinden – aber Mitspielen (mit Anleitung und Animation) können alle! Wir verraten hier übrigens kein großes Geheimnis, dass der Erfolg des KI-Thinktanks wesentlich von der Tatsache abhing, dass Schulwerk und Schulstiftung hier versuchten, genau solche Menschen (eben diejenigen, die neue Spiele erfinden) zusammenzubringen …
- Professionelle Lerngemeinschaften: Von der collective teacher efficacy, also der überaus großen Lernförderlichkeit der gemeinsamen Wirksamkeitserwartung, war in diesem Artikel schon weiter oben hier und hier die Rede. Das vorzügliche Entwicklungsinstrument auf diesem Entwicklungsweg ist die sog. Professionelle Lerngemeinschaft (hier eine aktuelle, umfassende Publikation zu dem Thema), die in „freier Wildbahn“ allerdings mit durchaus unterschiedlichen Etiketten auftaucht. Unter Professionellen Lerngemeinschaften versteht man regelmäßige, nicht allzu zeitaufwändige Arbeits- und Entwicklungstreffen von Lehr-, aber auch von Leitungskräften. Und in dieser Regelmäßigkeit liegt schon fast das ganze Geheimnis des Erfolges: Nicht der gelungene Pädagogische Tag – so wichtig er als initialer Impuls sein mag! – entscheidet über den Lern- und Entwicklungserfolg einer Schule, sondern der kontinuierliche Lernweg zwischen den Pädagogischen Tagen. Also: Entweder Sie haben welche, oder Sie brauchen welche: Professionelle Lerngemeinschaften! (Wie auch immer die im Detail dann heißen und arbeiten mögen.) Selbstredend, dass deren Einrichtung und konsequente Verfolgung und Förderung vornehmste Domäne der Schulleitung ist.
- Netzwerktreffen, Fachtage, Hackathons, Thinktanks: Pionier:innen und Leitungskräfte sowie besonders Interessierte brauchen sie gleichermaßen: Die Gelegenheiten zum lustvollen, inspirierten, gemeinsamen Voraus- bzw. Weiterdenken sowie zum vorausschauenden Planen. Und selbstredend bieten wir solche Gelegenheiten laufend an. Anbieter solcher Gelegenheiten gibt es aber viele – und insofern liegt es auch in der Verantwortung von Schulleitungen und Trägern, solche Gelegenheiten aktiv zu schaffen oder aber nach ihrer Wahl aufzusuchen.
- Materialien (Beispieltexte, didaktische Muster, Software): Alles zu seiner Zeit. Und ist die Grundlage des Problembewusstseins gelegt und Überzeugungsarbeit geleistet, dann braucht man an allen Ecken und Enden auch konkrete Materialien. Und die muss man nicht alle selbst entwickeln. Die Sammlung unserer lernwirksamen KI-Muster werden wir stark ausweiten. Ebenso Handreichungen beispielsweise zum rechtskonformen KI-Einsatz oder rund um die Thematik der Prüfungskultur. Wichtig zu wissen ist bei diesem Bereich jedenfalls: Fast alles ist im Netz bereits irgendwo zu finden. Und der Aufwand fürs Adaptieren von bereits Vorhandenem ist in der Regel kleiner als das Neuentwickeln. In dem Sinn: Lieber den Fokus aufs Überzeugen und Mitnehmen von Menschen legen, weil … siehe oben.
- Förderung von (Teacher)-Leadership: Angebote für Leitungskräfte (wie das Digitale Update) standen am Anfang des Projekts Aufs Ganze gesehen. Und über die zentrale Rolle von Leitungskräften muss hier nicht weiter gesprochen werden; wer mehr dazu lesen möchte, ist beispielsweise hiermit bestens beraten. Faktum ist aber, dass das Neue nicht durch Leitungskräfte und -teams alleine realisiert wird, sondern darüber hinaus Menschen braucht, die an den jeweils unterschiedlichen Stellen in unterschiedlichen Rollen ihren Teil der Führungsarbeit „wagen“ und sich für die Weiterentwicklung „aus dem Fenster lehnen“. Gerne spricht man hier von teacher leadership – einiges dazu nachzulesen gibt es hier. Und – so viel Teaser darf sein – wir im Schulwerk denken aktuell darüber nach, was uns noch einfallen könnte, diese conditia sine quo non der Schulentwicklung unsererseits aktiv zu fördern.
- Crashkurs KI für Leitungskräfte: Nur mal so dahin gedacht: Angenommen, es würde ein Tag (oder Halbtag) speziell für Leitungskräfte stattgefinden, in dessen Rahmen die Inhalte des Whitepapers (siehe oben) vermittelt und erlebbar gemacht werden: Würden Sie sich die Zeit nehmen und hinkommen? Finden wir’s ‚raus! Sobald wir den Ablauf ausgetüftelt haben, wird das Schulwerk Ihnen ein Angebot machen – mehr dazu in einer der nächsten Ausgaben von Schulwerk Aktuell.
- Netzwerktreffen: Im Unterschied zu den beiden vorangegangenen, zugegeben: noch im Werden begriffenen Ideen, ist dieser abschließende Punkt konkrete und gelebte Realität: zB in den Fachgruppen oder den Schulwerks-Veranstaltungen wie dem Konvent oder dem Jahresempfang. Diese Angebote funktionieren so gut, wie sie besucht und wahrgenommen werden. In diesem Sinne noch ein abschließender Appell: Kommen Sie hin, machen Sie mit, seien Sie dabei!
Schlussendlich: DANKE!
Mehr als ein halbes Jahr intensiver Arbeit liegt hinter uns. Es war spannend, inspirierend, erkenntnisreich – und hat auch viel Spaß gemacht. DANKE allen, die kontinuierlich oder als Gäste dabei waren: Alexander Auer, Andrea Herrmann, Anna Vollmar, Annette Frech, Beatrice Kirschner, Bettina Fauser-Loeffler, Birte Platow, Claudia Fromm, Claudia Sauter, Cornelia Schaal, Daniel Steiner, Dorothea Kühner, Gunnar Horn, Ina Schäfer, Jan-Christopher Schmid, Karin Bogoczek, Klaus Neundlinger, Lara Knak, Larissa Lehmann, Marinela Seitz, Martin Holler, Max Schulyok, Michaela Straub, Nina Andacic, Patrick Albus, Peter Steiner, Sandra Schellhammer, Sören Rojan, Stefan Willbold, Steffen Rosskopf, Sven Heckele, Thomas Nárosy, Wolfgang Harsch. DANKE insb. dem Mörike für die Gastfreundschaft. Und DANKE unseren Auftraggebern, dem Evangelischen Schulwerks Baden und Württemberg und der Stiftung Katholische Freie Schulen der Diözese Rottenburg-Stuttgart für die Möglichkeit, hier einen Beitrag in Sachen Schulentwicklung leisten zu dürfen.
























































































































































































